Myopathie beim Pferd ist eine der häufigsten Ursachen, warum Pferde nicht mehr aufstehen können. Oft unterschätzt, kann sie sich sehr schnell von einfacher Muskelsteife zu vollständiger Unfähigkeit aufzustehen entwickeln. Alles Wichtige zum Erkennen, Behandeln und Vorbeugen.
Was ist Myopathie beim Pferd?
Myopathie bezeichnet eine Erkrankung oder Verletzung der Skelettmuskulatur. Beim Pferd kann sie jede Muskelgruppe betreffen, am häufigsten Hinterhand, Rücken und Schultern. Der Schweregrad reicht von leichter Steife bis zur ausgedehnten Muskelnekrose, die das Pferd unfähig macht aufzustehen.
- Belastungsmyopathie (EMRD): tritt bei intensivem Training auf, besonders bei untrainierten Pferden.
- Nicht belastungsbedingte Myopathie: Dekubitusmyopathie (Muskelkompression durch langes Liegen), post-anästhetische Myopathie oder erbliche Formen wie PSSM.
Symptome erkennen
Leichte bis mittelschwere Formen
- Muskelsteife, verkürzter oder steifer Gang
- Bewegungsunlust
- Übermäßiges Schwitzen ohne sichtliche Anstrengung
- Schmerzhaftigkeit bei Druck auf die Muskulatur
- Dunkler Urin (Myoglobinurie) — wichtiges Warnsignal
Schwere Formen
- Unfähigkeit aufzustehen oder stehend zu bleiben
- Starkes Muskelzittern
- Atemnot durch Schwäche der Zwischenrippenmuskeln
- Starke Schmerzen, sekundäre Koliksymptome
Wenn Myopathie zum Liegen führt
In schweren Fällen fehlt dem Pferd die Muskelkraft zum Aufstehen. Jeder Versuch scheitert und erschöpft die verbleibenden Muskelreserven weiter. Das Liegen selbst verschlimmert die Situation: Das Körpergewicht komprimiert die Muskeln am Boden, verursacht neue Druckläsionen und mindert die Erholungsfähigkeit. Jede weitere Stunde in Seitenlage verringert die Chancen auf vollständige Erholung.
Dekubitusmyopathie: der Teufelskreis
- Pferd liegt → Muskeln werden durch Körpergewicht komprimiert
- Kompression → Ischämie (verminderte Blutversorgung der Muskeln)
- Ischämie → progressive Muskelnekrose
- Nekrotisierte Muskeln → Unfähigkeit aufzustehen
- Unfähigkeit aufzustehen → prolongiertes Liegen → Verschlechterung
Notfallbehandlung
- Entzündungshemmer (NSAID): zur Reduktion der Muskelentzündung.
- Intravenöse Flüssigkeitstherapie: zur Verbesserung der Muskeldurchblutung und zum Schutz der Nieren.
- Analgetika: zur Schmerzbekämpfung und Stressreduktion.
- Elektrolyte: zur Korrektur von Ionenungleichgewichten.
- Regelmäßiges Umlagern: alle 2 bis 4 Stunden, um Dekubitusmyopathie zu begrenzen.
Sicheres Aufrichten: die Rolle von Equi-lift
Für Pferde mit schwerer Myopathie, die nicht allein aufstehen können, ist ein pneumatisches Aufrichtegerät wie Equi-lift die sicherste Lösung — ohne Zug auf bereits geschwächte Muskeln. Für Pferde mit wiederkehrender Myopathie bietet das Equi-lift Modell H eine Lösung, die vom Besitzer selbst eingesetzt werden kann.
Vorbeugung
- Ausgewogene Ernährung: bei PSSM Stärkegehalt reduzieren, Fettanteil erhöhen.
- Progressives Training: Pferde nie ohne angemessene Vorbereitung intensiv belasten.
- Regelmäßiges Monitoring: Bluttests (CK, AST) nach intensiver Belastung.
- Ständiger Zugang zu Wasser und Elektrolyten: besonders bei Hitze oder Belastung.
Fazit
Myopathie beim Pferd ist ein Notfall, der keinen Aufschub duldet. Frühe Symptome erkennen, sofort den Tierarzt rufen und das richtige Equipment für ein liegendes Pferd bereithalten — das kann über vollständige Erholung oder bleibende Schäden entscheiden. Für mehr Informationen zu Equi-lift, kontaktieren Sie unser Team.
